Grundzüge der Stadionplanung

Klaas Brümann • 7. Oktober 2025

Grundzüge der Stadionplanung

Die Stadt Oldenburg plant den Neubau eines reinen Fußballstadions am Standort Maastrichter Straße im Stadtteil Donnerschwee. Das bestehende Mehrzweckstadion am Marschweg entspricht nicht den sicherheitstechnischen und infrastrukturellen Anforderungen des DFB für die 3. Liga. Zudem soll das neue Stadion perspektivisch auf eine Kapazität von 15.000 Zuschauern erweiterbar sein, um den Lizenzierungsvorgaben der Bundesliga/2. Bundesliga gerecht zu werden. Einziger potentieller Ankermieter ist derzeit die VfB Oldenburg Fußball GmbH, die in der Regionalliga, also der 4. Liga spielt.
Links am Rand ddes Bildes die Große EWE-Arena. Der Stadionkörper soll etwa südostlich der Großen EWE-Arena entstehen.

Planungsinhalte

  1. Kapazität und Ausstattung:
  • Mindestkapazität: 10.000 Zuschauer (davon 2.000 Sitzplätze), erweiterbar auf 15.000.                                                                                                    
  • 42 Rollstuhlfahrerpositionen mit Begleitplätzen.
  • Vollständig überdachte Tribünen mit Begrünung von Dach und Fassaden.
  • Hospitality-Bereich für 650 Personen (Logen, Businessclub), erweiterbar.


  2. Standort und Umgebung:

  • Plangebiet: 8,14 Hektar in Donnerschwee, nahe Wohnbebauung (minimal 369 m zum Spielfeldmittelpunkt).
  • Umfeld: Hauptbahnhof, ZOB, Berufsbildende Schulen, Weser-Ems-Hallen, geplantes Hotelprojekt.
  • Bodensanierung erforderlich (belastet durch Klärschlamm, PAK, MKW; Kosten ca. 7 Mio. EUR).


  3. Verkehr und Infrastruktur:

  • Äußere Umfahrung für BOS-Einsatzkräfte (offenbar zweispurig).
  • Optionale Großgarage für zukünftigen Ausbau.
  • Parkplätze für Medien (mind. 30) und Übertragungswagen.
  • 3 Stellplätze für 40-Tonner mit ausreichend Platz zum Rangieren der Sattelauflieger von 15 m Länge. Zusätzlich Platz für 1 SNG-LKW von 12 m Länge (Satellitenübertragung)


  4.  Nachhaltigkeit und Technik

  • Rasenheizung aus 100 Prozent Erneuerbaren Energien gespeist.
  • TV-Flutlicht (1.200 Lux, Farbtemperatur 4.000–6.500 K).
  • Recycelbare Baustoffe, begrünte Fassaden/Dächer, Photovoltaik optional.
  • Lärmschutz für Medienarbeitsplätze (max. 95 dB(A)).


  5. Rechtliche und planerische Aspekte:

  • Bebauungsplan: GRZ 0,5, maximale Gebäudehöhe 21 m.
  • Flächennutzungsplan: Die Fläche war für Erholung und (Breiten-)Sport vorgesehen, gewerbliche Nutzungen (z. B. Werbeflächen, Hospitality) könnten Anpassung erfordern.
  • Verkehrswert des Grundstücks: 250 EUR/m² nach Bodensanierung (7,4 Mio. EUR Gesamtwert). Der Wert wurde unter dem alten Nutzungplan per Gutachten auf 90 Euro/m² gesenkt.
In diesem Biotop leben Stockenten und es vermehren sich Kröten. Das Rückhaltebecken soll der Aufstellfläche für Gästefans weichen.

  6. Umwelt und  Entwässerung:

  • Hochwassergefährdung: Retentionsvolumen von 17.640 m³ erforderlich.
  • Beseitigung geschützter Biotope (1.050 m²) für Stadionbau.
  • Unterquerung eines kontaminierten Walls für Entwässerung geplant.
  • Insekten-gefährdendes Kaltlicht.


  7. Kritische Punkte:

  • Bodensanierung: Alte Klärschlammbecken mit Schadstoffen, Sanierungskosten und -umfang unklar.
  • Lärmschutz: Schallreflektion kann Wohngebiete besonders stark beeinträchtigen.
  • Gewerbliche Nutzung: Hospitality, Werbeflächen und Parkplatzeinnahmen können Flächennutzungsplan konterkarieren.
  • Verkehrswert: Gutachterabhängigkeit (Bezug zu VfB-Sponsoren).

Zusammenfassung

Die Planung sieht ein modernes, erweiterbares Stadion vor, das DFB-Anforderungen für die 3. Liga erfüllt. Kritisch sind die Bodensanierung, eine gewerbliche Nutzung auf Gemeinbedarfsflächen, potenzielle Lärmbelastung, die Neubewertung des Grundstücks, das Entwässerungskonzept, das Fehlen eines Gutachtens zu den Lichtimmissionen und das unvollständige Verkehrsgutachten. 


Die Veröffentlichung der Planentwürfe ist für August oder September 2025 geplant. In der Zeit der öffentlichen Auslegung können und sollten Bürgerinnen und Bürger der Stadt Oldenburg ihre persönlichen Einwände formulieren und bei der Stadtverwaltung einreichen.


Weiterführende Aspekte der Stadionplanung

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