Wie eine emotionsgeladene Herz-Schmerz-Kampagne nach hinten losgehen kann

Andreas Hohls • 7. Februar 2024

Der Null-Herz/Null-Sport/Null-Zuhause-Slogan der VfB Oldenburg Fußball GmbH

Stehplatzkasse am Marschweg

Geht es um Sachargumente, sind die allermeisten der Stadionbefürworter schnell widerlegt. Die Pro-Fraktion gerät zunehmend in die Defensive. Da aber der Stadtrat überzeugt werden soll bis zum 15. April, setzt man jetzt voll auf Emotionen. Zudem will der Rat vielleicht auch gar nicht jedes Sachargument bis in alle Details nachvollziehen. Täte er das, es sähe gar nicht gut aus für "Pro".


Also musste ein eingängiger Slogan her. Mit einer orchestrierten Stimmungskampagne sollen die Oldenburgerlnnen und Oldenburger -. und vorallem der Rat - jetzt beeindruckt werden.

Schwaches Ergebnis: Herz. Sport. Zuhause.

Herz. Klingt zunächst gar nicht schlecht. Bei genauerem Hinsehen werden aber auch hier wieder erhebliche Defizite deutlich. Schnell stellen wir fest: Das passt vorn und hinten nicht. Wenn ich als 3. Liga-Bezahlfußballer ein Unterhaltungsangebot optimal am Markt platzieren möchte, kann ich auf Emotionen nicht verzichten. Die lösen einerseits Unterstützungsengagement aus, aber auch die Bereitschaft, dafür zu zahlen. 

Absolut nichts zu tun hat das allerdings mit der "Herzensangelegenheit", die von den Altvorderen des VfB Fußballs 1. Mannschaft im Hinblick auf das historische Donnerschweestadion und seiner Geschichte gern besungen wird.

Sport fördern!

Sport.  Alle Sportbegeisterten wünschen sich natürlich gute Spiel- und Trainingsstätten, speziell für die Oldenburger Jugend, aber auch für alle anderen. Dafür ist ein Multimillionen-teures Drittligastadion absolut der falsche Platz. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schreibt vor, dass der VfB hier Hausherr zu sein hat - in einem von den Steuerzahlerinnen und -zahlern finanzierten Stadion?

Von wegen Leichtathletik oder Vereinssport. Jugendspiele und Breitensport würden dort nie oder aller höchstens mal in seltenen Ausnahmefälllen stattfinden! Also eine Arena allein für 22 Berufsfußballer.

Zuhause. Vermutlich ist damit gemeint, die Mannschaft solle eine angenehme Umgebung vorfinden, um bessere Leistung zu erreichen. Jene, die nie in diesem Stadion Sport treiben werden, können nicht gemeint sein. Klingt trotzdem erstmal auch nicht so schlecht.

Aber in Bezug auf den eingeschränkten Personenkreis in Relation zu den immensen Kosten ist das "Zuhause" eine maßlose Forderung. Zum Nachteil aller anderen Interessen und Notwendigkeiten Oldenburger Bürgerinnen und Bürger. Gar nicht zu reden vom Gewaltpotenzial, das jene 14 Mannschaftswagen der Polizei am Marschwegstadion jedesmal nachdrücklich ins Bewußsein rufen.

FAZIT.  Von daher nehmen wir sie doch ruhig mit, die Emotionen des Sports, in dem wir sagen:


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