Wann kommt die Eröffnungsfeier?
Am Sankt-Nimmerleinstag!
Ende 2022 strebte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) an, das Drittliga-Stadion im März 2026 und damit deutlich vor den Kommunalwahlen zu eröffnen (siehe
NWZ, 8. Dezember 2022).
Ob es wirklich je ein komplett aus Steuergeld finanziertes Stadion in Oldenburg geben wird, ist offen (Stand Februar 2026).
Ein privater Investor würde kaum ein so kleines Stadion bauen, wo kein Platz ist, zu erweitern und wo der erforderliche Lärmschutz Abendspiele erschwert. Damit ist der Standort etwa für die 2. Bundesliga völlig ungeeignet und kann daher wirtschaftlich nicht nachhaltig sein.
Eine Zeitschiene zu Daten und Fakten
Ungewissheiten:
Klagen von Umweltverbänden oder Anrainern
Ungewiss ist, ob Anwohnerinnen und Anwohner gegen die Planung klagen werden Ebenso könnten Umweltverbände klagen. Der vom Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz bevollmächtigte Anwalt kommt zu dem Schluss, dass die Planung einer Prüfung der Rechtmäßigkeit nicht standhält und grundlegender Änderungen bedarf. Eine Vergabe der Leistungsstufen 4 bis 7 vor einer rechtlichen Klärung wäre unverantwortlich. In dem Fall könnte eine Normenkontrollklage die Bagger stoppen.
Falls überhaupt, nicht vor Q3.2027:
Bauauftrag (LPh 7-9)
Die eigentlichen Bauarbeiten könnten erst nach Abschluss der Sanierungsarbeiten starten.
Ungewiss, nicht vor 2027:
Auftrag zur Kostenermittlung (LPh 6)
„Vorbereitung der Vergabe“, umfasst die detaillierte Ausschreibung von Bauleistungen.
Vielleicht um Q4.2026:
Bauplan (LPh 5)
Der beauftragte Totalunternehmer arbeitet die Baupläne aus. Damit wird eine Baugenehmigung beantragt, die öffentlich ausgelegt und an der die Öffentlichkeit wieder beteiligt wird. Das soll zeitlich parallel zur Sanierung der Altdeponie erfolgen.
Sep. 2026:
Kommunalwahlen
Am 13. September 2026 wird ein neuer Rat und ein neuer Oberbürgermeister gewählt.
Gesa Gerding richtete im VfB-Talk der NWZ im
Februar 2023
eine Warnung an Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD): „Ich warne eindrücklich davor, dass die potentielle Bauzeit genau in die nächste Kommunalwahl fällt. Und wenn dann die Kosten explodieren, was komischerweise bei vielen großen Bauvorhaben der Fall ist, dann sind die Ratsmitglieder gefragt: Wie konnte das denn passieren? Wie ist das denn auf einmal möglich? Dann will es im Nachhinein niemand gewesen sein.“
Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) qualifizierte Gesa Gerdings Aussage damals arrogant als „Rumgequake“ ab. Auch wenn der scheidende OB jetzt offenbar alles daran setzt, den Bauauftrag noch vor der Sommerpause zu vergeben, ist nun genau das eingetreten: Die desolaten Finanzen und das zweite Fußballstadion werden ziemlich sicher die Debatten im Kommunalwahlkampf dominieren.
Zirka Juli 2026:
Sanierung des Klärschlammbeckens
„Das städtische Ausschreibungsverfahren hinsichtlich der Sanierung des Klärschlammbeckens befindet sich in der Bearbeitung. Die Sanierungsarbeiten sollen innerhalb einer witterungsgünstigen Jahreszeit wie Frühling oder/und Sommer durchgeführt werden.“ (Stand
4. Feb. 2026)
Die Entfernung der Altablagerung des Altstandortes „Bahnausbesserungswerk“ sowie des Klärschlammbeckens ist nicht Teil der Kosten eines möglichen Stadionbaus. Die Sanierung ist seit mindestens 2019 unabhängig von der Art der Nachnutzung geplant, weil sie
aufgrund hoher Schadstoffgehalte und Grundwassergefährdung
dringend empfohlen ist. (Siehe:
Auskunft vom 3.12.2025)
Nicht vor Q3.2026:
Ausschreibung der Sanierung der Altdeponie
„Für die Ausschreibung der Sanierungsarbeiten der Altdeponie sind die Vorbereitungen angelaufen. Die Ausschreibung ist für das 3.Quartal 2026 geplant.“ (Stand
4. Feb. 2026) Die beiden Sanierungsprojekte zählen nicht zu den Baukosten des Stadions. Für die beiden Sanierungen sind 6,8 Millionen Euro im Haushalt eingeplant. Eine Förderung gibt es für die Bodensanierung aufgrund der Eile und der Art der Nachnutzung vermutlich nicht.
Abhängig von „ungewiss“, nicht vor Juni 2026:
Planungsauftrag (LPh 2-4)
In der Ratssitzung am 1. Juni möchte der scheidende Oberbürgermeister noch die Beauftragung des Totalunternehmers durchdrücken. Die Vergabe könnte jedoch als rechtswidrig angesehen werden. Dass eine Vergabe vor Abschluss des
Notifizierungsverfahren (s.u.) verboten wäre, ist den Ratsmitgliedern bekannt.
Ungewiss:
Abschluss des Notifizierungsverfahrens für die Beihilfe
„Die Gewährung der Beihilfe ist erst nach einer Genehmigung durch die Europäische Kommission zulässig, bis dahin gilt ein Vollzugsverbot.“ Das Datum des Abschlusses des Notifizierungsverfahrens ist ungewiss. (Stand
4. Feb. 2026 zu Frage 4). Der Vorgang hat bei der Wettbewerbsaufsicht die State Aid Number
SA.122175, die vermutlich Anfang Dezember 2025 vergeben wurde.
März 2026:
Bauleitplanung im Rat
Feb. 2026:
„Stadionkoalition“ beschließt einen Haushalt mit 68 Millionen Euro Defizit
Der Co-Vorsitzende der CDU-Fraktion, Ratsherr Christoph Baak, hebt hervor, dass die Stadt sich einen Zuschuss von 2,2 bis 2,5 Millionen Euro jährlich für das Stadion leisten kann.
Der rechtliche eigenständigen Stadiongesellschaft werden weitere 4,9 Millionen Euro aus dem Haushalt der Stadt Oldenburg übertragen - die damit weitgehend der Kontrolle durch das Rechnungsprüfungsamt entzogen sind.
Jan. 2026:
Haushaltsverhandlungen 2026 scheitern am Stadion
Die Haushaltsverhandlungen der grün-roten Ratsgruppe scheiterten an der Finanzierung des Stadions. Die Grünen wollen den zig Millionen für das Drittliga-Stadion nur zustimmen, wenn dazu endlich die Einwohner*innen befragt werden. Stattdessen sucht sich die SPD nun eine Mehrheit mit der CDU und FDP (die „Stadionkoalition“), um die Einwohner nicht zur Stadionfinanzierung befragen zu müssen.
Die Stadt Oldenburg schliesst das Jahr 2025 mit einem Verlust von 18 Millionen Euro ab. Der rechtlich eigenständigen Stadiongesellschaft wurden die ersten 1,5 Millionen Euro übertragen. Damit sind diese Mittel weitgehend der Kontrolle des Rechnungsprüfungsamtes und durch die Mitglieder des Rates entzogen.
Dez. 2025:
Notifizierungsverfahren gestartet
Die Stadtverwaltung kommt mit 19 Monaten Verzögerung dem Auftrag des Rates vom 15. April 2024 nach, ein EU-Notifizierungsverfahren zu starten. Der Beihilfefall Drittliga-Stadion Oldenburg erhält bei der Brüsseler Wettbewerbsaufsicht die Vorgangsnummer
SA.122175.
Nov. 2025:
1.000 gute Gründe, die Stadionpläne zu begraben
Im Bauleitverfahren gehen zusammen deutlich mehr als
1.000 Einwände gegen den Bebauungsplan 831 und gegen die Änderung 82 des Flächennutzungsplanes ein. Das ist ein Rekord. Die Gutachten und Konzepte u.a. zu Boden, Lärm und Verkehr weisen erhebliche Mängel auf. Das hat die Initiative KEIN StadionBau in einer 93 Seiten umfassenden Stellungnahme dargelegt. (Pressemitteilung vom
27. Nov. 2025)
Aug. 2025:
Kehrtwende bei Beihilfe
Die Lokalredaktion der NWZ berichtet am 29. August 2025, dass die Stadt jetzt doch auf offizielle Genehmigung der EU setzt.
Juni 2025:
Totalunternehmer Ed. Züblin AG
Das Bauunternehmen Ed. Züblin AG bekommt, ohne jegliche Berichterstattung in der lokalen Presse, den Zuschlag für den
Neubau der Weser-Ems-Hallen. Das Bauunternehmen aus Stuttgart bewirbt sich bald darauf auch auf den umstrittenen Bau des Fußballstadions gleich nebenan.
Feb. 2025:
Neuer Stadiongeschäftsführer
Die Initiative KEIN StadionBau weist auf Unstimmigkeiten im Lebenslauf des Bewerbers hin (Blog 24.01.2025). Gegen unsere Recherche veröffentlicht die NWZ (Medienpartner der VfB Oldenburg Fußball GmbH) im Januar 2025 eine Kampfansage: „Stadion-Geschäftsführer weist Vorwürfe zurück. ... Nun leitet Orth rechtliche Schritte ein.“ Zu dieser Veröffentlichung spricht im
Juni 2024 der Deutsche Presserat einstimmig eine Missbilligung aus, wegen eines schwerwiegenden Verstoßes gegen die journalistische Sorgfaltspflicht. Die groß angekündigten juristischen Maßnahmen bleiben aus.
Jan. 2025:
Städtisches Grundstück wird um 10 Millionen Euro abgewertet
Die vom Oberbürgermeister bestellten Brüsseler Anwälte empfehlen: „Sollte der Wert der Grundstücke dagegen durch eine neue gutachterliche Untersuchung objektiv geringer bewertet werden können, verbliebe ein größerer Spielraum mit Blick auf den Eigenkapitalzuschuss.“ So wird das städtische Grundstück für 10,6 Millionen Euro weniger an den gewerblichen Fußball durchgeschoben. (Blog 7. Feb. 2025)
Sep. 2024:
Städtische „Studienreise“ zu Insolvenzen
Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) tingelt mit einer Delegation der Stadt Oldenburg drei Tage mit dem Bus durch ganz Deutschland, um sich Beispiele für ähnlich desaströse Fußballstadien anzuschauen. Angesichts der Beispiele aus
Chemnitz,
Offenbach und
Regensburg stellt die Initiative KEIN StadionBau die Frage, ob Oldenburg wirklich in eine ähnliche Kostenfalle tappen will. (siehe
Pressemitteilung vom 16. August 2024)
Juli 2024:
Stellungnahme EU-Beihilferecht
Die Stadtverwaltung lässt sich vom Brüsseler Büro der Großkanzlei Kapellmann beraten. Ziel ist es offenbar, ein EU-Notifizierungsverfahren, bei dem auch das
Nutzungskonzept
geprüft wird, zu umgehen. Die Kanzlei erklärt in einer Stellungnahme vom 25. Juli 2024, dass dies möglich
scheint. Dazu müsse der Grundstückswert mit einem neuen Gutachten abgesenkt werden.
April 2024:
Ratsbeschluss zum EU-Notifizierungsverfahren
„Die Stadt Oldenburg verpflichtet sich, umgehend ein Notifizierungsverfahren zur Beihilfe bei der Wettbewerbsaufsicht der Europäischen Kommission zu starten. Die Vergabe für den Bau an einen Totalunternehmer hat erst dann zu erfolgen, wenn [die] Freistellung zur Beihilfe von der Europäischen Kommission erteilt wurde.“ (Ratsbeschluss vom 15. April 2024)
Feb. 2024:
„Stadionkoalition" stimmt gegen Einwohnerbefragung
Die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen bringt einen Antrag auf eine Einwohnerbefragung in den Rat ein. Mit den Stimmen der „Stadionkoalition“ (SPD, CDU und FDP) und den Populisten von BSW und AFD wird die Einwohnerbefragung abgelehnt.Ratsherr Lükermann (Volt) war laut Protokoll abwesend.
Feb. 2024:
„Mediale Exekution” eines Stadiongegners
NWZ-Überschrift: „EWE-Mitarbeiter stoppt eigene Petition gegen Stadion". Jens W. hat seine kurz zuvor gestartete Online-Petition geschlossen und seine Accounts auf den sozialen Plattformen gelöscht, nachdem ein widerlicher Shitstorm über ihn hereingebrochen ist. Vor allem als der Artikel von NWZ-Lokalredakteuer Thomas Husmann am Sonntagmittag online steht, in dem er als Initiator der Petition mit vollem Namen und seiner beruflichen Position. Lokalredakteur Husmann konstruiert einer Verbindung zu den EWE-Baskets. Wohlgemerkt, Jens W. hat die Petition gegen den Stadionbau als Privatperson gestartet, was er gegenüber der NWZ ausdrücklich betonte. (Blog 13.Feb.2024)
Dez. 2023:
Nutzungs- und Betriebskonzept vorgelegt
Im Dezember 2023 stellt die Stadt ein
Nutzungs- und Betriebskonzept vor, das von CSIGHT ertwickelt worden ist, einer Unternehmensberatung des Sportbusiness. Die Initiative KEIN StadionBau deckt die fehlende Seriosität der Annahmen auf. Ein geeignetes Konzept ist Voraussetzung für eine erfolgreiche EU-Notifizierung des Eingriffs in den Binnenmarkt und hätte der Startpunkt für die Einleitung des Verfahrens sein müssen. Dazu ist die Mittelgeberin (die Stadt Oldenburg) ex ante verpflichtet.
Feb. 2023:
Rechtsamt zum Notifizierungsverfahren
Das Rechtsamt der Stadt stellt in einer internen Stellungnahme fest, dass ein EU-Notifizierungsverfahren erforderlich ist. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) behauptet am selben Abend im NWZ-VfB Talk forsch: „Dieses Beihilfethema, das kriegen wir ganz locker hin, das ist beherrschbar, dazu haben wir eine Aussage des Büros.“ (Blog vom 23. Mai 2023).
Unsere Initiative übermittelt dem Directorate General for Competition eine sogenannte Marktinformation, deren Eingang von der Unit C4 State Aid mit der Vorgangsnummer
SA.106365 schriftlich bestätigt wird.
Jan. 2023:
Stadiongegner rechnen mit Kosten bis zu 100 Millionen Euro
„Eine Initiative sammelt seit Monaten Argumente gegen den Neubau eines Stadions in Oldenburg. Vor allem die kolportierten Kosten sehen sie als deutlich zu niedrig angesetzt.“ berichtet die
NWZ am 20. Januar 2023 aus einem Interview mit Gesa Gerding und Andreas Kölling.
Mai 2022:
Aufstellungsbeschluss verhindert Bürgerbegehren
Durch einen sogenannten Aufstellungsbeschluss schafft es Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) früh, einen Bürgerentscheid gegen einen Stadionneubau zu verhindern.
Okt. 2021:
Deutscher Presserat missbilligt NWZ-Umfrage
Die Berichterstattung der Nordwest-Zeitung (NWZ) nimmt auf Ergebnisse ihrer Umfrage auf eine Weise Bezug, „bei der die Leserschaft zu dem irreführenden Eindruck gelangen muss, dass die Umfrageergebnisse ein realistisches Bild der Stimmungslage in der Bevölkerung wiedergeben.“ Der Presserat empfahl „als Ausdruck fairer Berichterstattung” die Missbilligung abzudrucken - was natürlich nicht passiert. (Quelle:
Deutscher Presserat, Jan. 2022)
Sep. 2021:
Wahlprogramme schweigen zu Stadionambitionen
Im Kommunalwahlkampf 2021 ist ein Stadionneubau überhaupt kein Thema. Es kommt auch nicht in den Wahlprogrammen von
CDU,
FDP,
SPD
oder
Volt
vor. Der amtierende Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) vermeidet seine Stadionambitionen zu erwähnen. Dadurch wird ein Stadionneubau zu 100 Prozent von Steuergeld nie von den Wählerinnen und Wähler legitimiert.
2018:
Stadionpläne verschwinden in Amts-Schubladen
Nov. 2014:
Geplanter Standort eigentlich zu klein
Die Berater von „Albert Speer und Partner” halten den vorgesehenen Standort an der Maastrichter Straße „für ein bisschen zu klein für 10.000 Zuschauer".